Mit Akupressur bezeichnet man eine Heilmethode, die insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt wird.
Ähnlich wie bei der Akupunktur geht es auch hier um die Behandlung bestimmter Meridianpunkte, nur kommen keine Nadeln zum
Einsatz, sondern die Punkte werden manuell stimuliert. Bei der japanischen Shiatsu-Massage, die ebenfalls an diesen Punkten
ansetzt, arbeitet der Therapeut mit seinem gesamten Körpergewicht. In der klassischen Akupressur werden in der Regel die
Punkte nur massiert.
Interessant ist, dass viele Menschen automatisch selbst Akupressurpunkte massieren, wenn sie beispielsweise unter Kopf-
oder Nackenschmerzen leiden. Auch berühren wir oft schmerzende Stellen am Körper intuitiv. Daher gilt die Selbstbehandlung
mit Akupressur ebenfalls als hilfreich. Diese Methode sollte jedoch nur unter vorheriger Anleitung angewendet werden,
besonders im Nackenbereich viele Nervenbahnen zusammenlaufen und heftige Massagen hier großen Schaden anrichten können.
Hier könnte eine neuere Form der Akupressur hilfreich sein: die so genannte Klopfakupressur. Hierbei werden die Punkte nicht
gedrückt oder massiert, sondern mit einzelnen Fingern geklopft.
Anwendungsgebiete
Der Akupressur wird eine günstige Wirkung bei Erkältungskrankheiten, Verdauungsproblemen, gegen Übelkeit, hier insbesondere
gegen Reiseübelkeit und Seekrankheit zugeschrieben. Auch Kopf-, Zahn und Rückenschmerzen sollen mit der Akupressur behandelbar
sein. Zudem gehen ihre Befürworter davon aus, dass sich Angst, Stress und psychische Störungen unter der Behandlung verbessern.
Darüber hinaus wird der Therapie nachgesagt, dass sie die Konzentration und die Entspannung fördert und so insgesamt zu einem
besseren Wohlbefinden führen soll. Zwar ist die Wirksamkeit der Akupressur nicht wissenschaftlich nachgewiesen, doch berichten
viele Patienten tatsächlich über eine Verbesserung ihrer Symptome. Im Gegensatz zur Akupunktur kann die Akupressur auch bei
Kindern und Babys sowie bei alten Menschen eingesetzt werden.
Gegenanzeigen
Akupressur ist auch nach Meinung ihrer Befürworter nicht als Allheilmittel geeignet. Gegenanzeigen sind unter anderem
Erkrankungen des Gefäßsystems wie Thrombosen oder Krampfadern oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Auch bei akuten Infektionen,
Entzündungen oder frischen Wunden sowie bei Osteoporose und Tumoren sollte auf Akupressur verzichtet werden. Wie bei der
Akupunktur sollten mit Ekzemen oder anderen Hautproblemen belastete Körperstellen nicht behandelt werden. Schwangere oder
Menschen mit schweren internistischen Problemen müssen gegebenenfalls einige Punkte auslassen, eine generelle Gegenanzeige
ist dies jedoch nicht. Prinzipiell gilt diese Therapieform als nebenwirkungsfrei. Das setzt jedoch die Kenntnis der genauen
Punkte voraus.