Als wichtiges Forschungsgebiet der Biologie umfasst die Biochemie die chemischen Abläufe und zustände in den Lebewesen.
Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler gilt hierbei als Begründer der „Biochemischen Heilweise“. Seiner Erkenntnis nach
beruhen fast alle organischen Erkrankungen auf einem Mangel an Mineralsalzen, also einer Verschiebung des Salzhaushaltes.
Seine Heilmethode beruht daher auf der Tatsache, dass im lebenden Organismus eine Reihe von Mineralien enthalten sind.
Nach Schüßler braucht der Organismus zur Aufrechterhaltung seiner Zellfunktionen sowie zur Vermeidung und Heilung von
Gesundheitsstörungen und Krankheiten Mineralsalze und Spurenelemente. Unter ihnen befinden sich Eisen, Jod, Kalzium,
Kalium, Phosphor und andere. In der Biochemie nach Schüßler kommen zwölf Mineralsalze zur Anwendung.
Die Behandlung mit den so genannten Schüßler-Salzen erfolgt mittels Präparaten in homöopathischer Dosis. Schüßler
selbst war zwar ein ausgesprochener Gegner der Homöopathie, doch die Potenzierung der Wirkstoffe übernahm er dennoch.
Ging der Erfinder selbst noch davon aus, dass seine Salze gegen bestimmte Krankheiten hilfreich sind, so vertreten seine
Anhänger heute die Meinung, dass mit Schüßlersalzen weit mehr erreicht werden kann als nur der Ausgleich des
Mineralhaushaltes. Sie sehen auch die Trennung von der Homöopathie bei weitem nicht so strikt wie Schüßler.
Die Biochemie nach Schüßler wurde hauptsächlich durch Laienbewegungen verbreitet, bevor sich die Heilpraktiker dieser
Heilmethode annahmen. Es gründeten sich sogar „Biochemische Vereine“, der erste von ihnen in Oldenburg. Aktuell sind
es bundesweit etwa 70 dieser Vereine.
Die Annahmen Dr. Schüßlers sind wissenschaftlich nicht anerkannt und die Wirksamkeit seiner Salze ist bisher nicht
nachgewiesen. Die Stiftung Warentest bescheinigte den Schüßlersalzen: „Biochemie nach Schüßler ist zur Behandlung
von Krankheiten nicht geeignet.“
Anwendungsgebiete
Nach der Ansicht von Dr. Schüßler ist jede heilbare Krankheit auch mit seinen Salzen heilbar.
Gegenanzeigen
Nebenwirkungen sind beim Einsatz von Schüßlersalzen bisher nicht beschrieben. Auch die aus der Homöopathie bekannte
Erstverschlimmerung der Symptome bei Therapiebeginn ist hier nicht beobachtet worden.
Dennoch gibt es Gegenanzeigen. Da die Schüßlersalze oft in Milchzucker oder Weißmehl verarbeitet werden, sollten
Allergiker dieser Stoffe die Zutaten immer genau erfragen. Gegebenenfalls sollten sie auf Tabletten oder Globuli
ausweichen. Für Kinder sind in Alkohol gelöste Salze ebenso wenig zuträglich wie für trockene Alkoholiker.