Mit dem Begriff „Cranio Sacrale Therapie“, auch Kraniosakraltherapie oder Schädel-Kreuzbein-Therapie bezeichnet man eine
alternativmedizinische Behandlungsmethode, die aus der Osteopathie entwickelt wurde. Als Entwickler gilt hier vor allem
John. E. Upledger, der das osteopathische Prinzip für diesen Bereich auf zehn Behandlungsschritte verkürzte und es mit
der alternativen Psychotherapie der „Somato Emotional Release“ (körperlich-seelische Lösung) verband. Dafür postulierte
Upledger so genannte Energie-Zysten, in denen sich ein Trauma im Gewebe fixieren soll. Ein anderes Konzept ist das von
Franklyn Sills, der das Konzept Upledgers wiederum mit dem Konzept der „Polarity“ mischte. Hugh Milne formulierte
darüber hinaus eine eigene visionär-schamanistische Variante. Alle Konzepte haben ihre eigenen Schulen, nationalen
und internationalen Verbände sowie Lehrmaterialien.
Bei der Cranio Sacralen Therapie handelt es sich um ein manuelles Verfahren, bei dem vorwiegend Handgriffe im Bereich
des Schädels sowie des Kreuzbeines ausgeführt werden. Die Methode basiert auf der Annahme, dass sich die rhythmischen
Pulsationen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit auf die äußeren Gewebe und Knochen übertragen und darum ertasten erlassen.
Die einzelnen Knochen der Schädelkalotte werden hierbei als gegeneinander beweglich angenommen. Der Therapeut sammelt
Informationen über mögliche Blockaden dieser Bewegungen durch Berührungen von Kopf und Rücken. Funktionseinschränkungen
an Körper und Schädel und indirekt auch Membranen innerhalb des Schädels sowie die harte Hirnhaut sollen so beeinflusst,
ebenso der Energiefluss und die Selbstheilungskräfte aktiviert und die Einschränkungen und Traumata gelöst werden.
Zwar konnten wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Bewegungen dynamisch auf die Druckverhältnisse im Körper
reagieren und es dadurch zu puls- und atemsynchronen Änderungen oder Schwankungen beim Husten oder dem Valsalva-Manöver
kommt. Eine im gesamten Körper wirksame Liquorwelle wurde bisher nicht nachgewiesen. Auch die Wirksamkeit der Cranio
Sacralen Therapie wurden in internationalen medizinischen Fachmagazinen bisher aufgrund methodischer Mängel als mangelhaft
bewertet.
Anwendungsgebiete
Die Cranio Sacral Therapie wird bevorzugt eingesetzt bei Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen, akuten und chronischen
Schmerzzuständen, Kopfschmerzen, Tinnitus, Sinusitis, Migräne sowie Kieferproblemen. Zudem wird sie zur Regulation des
Bewegungsapparates, der Organe, des Lymphsystems, des Hormonsystems sowie des Nervensystems eingesetzt. Darüber hinaus
soll sie auf zahlreiche psychische und neurologische Störungen wie Hyperaktivität, Geburtstraumata, Konzentrations- und
Entwicklungsstörungen, Erschöpfungszustände und Depressionen, Schlafprobleme und Burnout-Syndrom heilend wirken.
Gegenanzeigen
Als Kontraindikationen gelten Meningitis, akute Schlaganfälle oder frische Schädeloperationen.