Die Elektroakupunktur nach Voll (EAV)geht davon aus, dass sich unterschiedliche Widerstands- und Leitwertmessungen an
den so genannten Akupunkturpunkten gegenüber der restlichen Haut nachweisen lassen. Dazu entwickelte Reinhold Voll in
den 50er Jahren einen Apparat. Je nachdem, wie hoch der Wert gegenüber dem Vergleichspunkt ist, ist eine Krankheit
stärker oder schwächer ausgeprägt. Eine Kontrollmessung nach der Behandlung soll die Heilung nachweisen können.
Die EAV wird als alternativmedizinisches Verfahren sowohl von Ärzten als auch von Zahnärzten eingesetzt. Der von Voll
entwickelte Apparat wird dazu mittels Elektroden an "elektrisch signifikanten" Punkten der Haut mit dem Körper des
Patienten verbunden. Die Messungen ergeben dann einen Wert zwischen 0 und 100, wobei 0 für ideal steht und 100 für
krank. Aufgrund dieser Messungen werden Medikamente, vorzugsweise aus der Homöopathie, ausgewählt. Dafür bedarf es
einer zweiten Messung, dem so genannten Resonanztest. Hierbei werden dem Patienten Proben von Präparaten in einem
metallenen Becher in die Hand gegeben und die Reaktion bei der Messung registriert. Die so ermittelten Präparate
werden dem Patienten dann verschrieben. Auf diese Weise sollen auch Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien
entdeckt werden können.
Die Wirksamkeit dieser Methode ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Problematisch ist zudem, dass der Behandler
durch verschieden starken Druck auf die Elektroden das Messergebnis manipulieren kann. Zwar gibt es spezielle
Elektroden, die diese Einflussmöglichkeit auf ein Minimum reduzieren, sie werden jedoch in der Praxis kaum angewendet.
Bei der Diagnostik von Allergien versagte das Gerät in Tests. Darüber hinaus gibt es Gerichtsurteile, in denen die
Anwender wegen Fehldiagnosen zu Schmerzensgeld verurteilt sowie die Arzneimitteltestung mit der EAV als
unverantwortlich bewertet.
Anwendungsgebiete
Die Befürworter dieser Heilmethode geben an, dass Allergien, Schmerzzustände, Migräne, Autoimmunerkrankungen,
Hautkrankheiten, das chronische Müdigkeitssyndrom, allgemeine Immunschwäche, chronische Leber- und Nierenerkrankungen
sowie chronische Magen- und Darmerkrankungen und Unverträglichkeiten gegenüber zahnärztlichen Werkstoffen wie Amalgam
mit der Elektroakupunktur nach Voll behandelt werden können. Erkennen lasse sich jedoch nahezu jede Krankheit, da sie
sowohl therapeutisch als auch diagnostisch einsetzbar sei.
Gegenanzeigen
Gegen die EAV selbst gibt es keine Gegenanzeigen, jedoch kann es zu Unverträglichkeiten der
verordneten Präparate kommen.