Unter dem Begriff "Farbtherapie" werden Behandlungsformen zusammengefasst, bei denen die Wirkung von Farben auf die
Psyche und den Organismus des Menschen genutzt werden. Hierbei wird neben der farblichen Raumgestaltung unter anderem
auch farbiges Licht eingesetzt. Die Lichttherapie und die Phototherapie mit UV-Licht gehören ebenso wenig zu den
Farbtherapie-Varianten wie die Bestrahlung mit Infrarotlicht. Dessen Wirkung beruht nicht auf der Farbe sondern auf
der Wärme.
Die Idee, dass Farben Einfluss auf den Menschen haben, gab es schon in der Antike. Schon damals wurden die Kranken
mit farbigen Pasten bestrichen oder in bunte Tücher gewickelt. Johann Wolfgang Goethe interessierte sich im Rahmen
seiner naturwissenschaftlichen Studien für die Wirkung der Farben und auch Wassily Kandinsky beschäftigte sich mit
ihnen. Im Jahr 1878 erschien ein Buch, das unter anderem beschrieb, wie bereits im 14. Jahrhundert mit Farben Pocken
geheilt worden sein sollten. Dazu wurden die Betroffenen in rote Tücher gehüllt und ihr gesamtes Umfeld ebenfalls so
rot wie möglich gestaltet.
Rudolf Steiner, der Herausgeber von Goethes naturwissenschaftlichen Studien, entwickelte zusammen mit dem Neurologen
Felix Peipers 1908 eine Farbtherapie, die mit einer roten und einer blauen Farbkammer, bestimmten Formen, Proportionen
und Techniken arbeitete.
Es gibt heute verschiedene Varianten der Farbtherapie. Sie alle beruhen jedoch auf der Vorstellung, dass bestimmte
Farben auf ihnen zugeordnete Organe oder Körperareale wirken. Auch auf die Psyche sollen sie wirken. So gibt es unter
anderem die Farbbestrahlung, die Farbmeridiantherapie, die Farbpunktur, die Farbmeditation und zahlreiche andere sowie
Mischformen.
Manche Therapeuten schlagen ihren Patienten auch vor, ihr Heim in bestimmten Farben einzurichten, um erwünschte
Wirkungen herbeizuführen. Zum Abnehmen wir beispielsweise empfohlen, die Küche nicht in Gelb- oder Orangetönen zu
streichen, weil dies den Appetit anrege. Besser geeignet seien hier Blau- und Türkistöne.
Bisher existieren keine plausiblen theoretischen Konzepte für die Farbtherapie. Auch liegen keine quantitativen
Untersuchungen über Effekte der Therapieformen vor.
Anwendungsgebiete
Die Anwender geben an, dass Farbtherapie als ganzheitliche Heilmethode geeignet ist und als solche sich auf das
gesamte Wohlbefinden auswirkt. Besondere Indikationen gibt es nicht, doch werden Allergien, Asthma, Akne, Migräne,
Kopfschmerzen, Klimakteriumsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen,
Konzentrationsschwierigkeiten, Kommunikationsprobleme und Ängste als häufige Behandlungsfelder angegeben.
Gegenanzeigen
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Bisher sind keine Gegenanzeigen bekannt.